Leitfaden für Einsteiger
Streaming starten: Schritt für Schritt
Alles, was du für deinen ersten Stream brauchst – von der Technik über OBS bis zu den Regeln in Deutschland. Ohne Fachchinesisch, in der Reihenfolge, in der du es brauchst.
1. Was du brauchst
- Einen Windows-PC, der dein Spiel flüssig schafft. Streamen braucht zusätzlich Leistung, eine Grafikkarte mit eigenem Encoder (NVIDIA, AMD oder Intel) nimmt dem Prozessor viel ab.
- Genug Upload. Entscheidend ist nicht der Download, sondern der Upload deiner Leitung. Für ein gutes Bild in 720p sind 4 bis 5 Mbit/s Upload ein solider Start, für 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde eher 8 Mbit/s. Ein Netzwerkkabel ist stabiler als WLAN.
- Ein Mikrofon. Zuschauer verzeihen ein mittelmäßiges Bild eher als schlechten Ton. Schon ein einfaches USB-Mikrofon ist ein großer Schritt gegenüber dem Headset-Mikro.
- Optional eine Kamera. Viele bleiben länger, wenn sie sehen, wer da spricht. Eine einfache Webcam reicht für den Anfang.
- OBS Studio – kostenlos von obsproject.com. Damit nimmst du Bild und Ton auf und schickst sie an die Plattform.
2. OBS einrichten
Beim ersten Start bietet OBS den Assistenten zur automatischen Konfiguration an. Wähl dort „Für Streaming optimieren“ und lass ihn deine Leitung testen. Danach baust du deine Szenen:
- Szene heißt in OBS ein fertiges Bild, zum Beispiel „Ingame“ oder „Pause“. Zwischen Szenen schaltest du während des Streams um.
- Quellen sind die Teile einer Szene: „Spielaufnahme“ oder „Bildschirmaufnahme“ für das Spiel, „Videoaufnahmegerät“ für die Kamera, dazu dein Mikrofon unter Einstellungen → Audio.
- Overlays wie Alerts, Chat oder Countdown kommen als Browserquelle dazu. In GlowCast kopierst du dafür im Reiter „Overlays“ eine Adresse und fügst sie in OBS ein. Mit GlowCast Pro legt das Programm alle Szenen mit einem Klick an.
Typische Grundausstattung für den Anfang: eine Startszene mit Countdown, eine Ingame-Szene, eine Pause-Szene und eine Endszene.
3. Plattform und Stream-Key
Der Stream-Key ist das Passwort, mit dem OBS auf deinem Kanal senden darf. Gib ihn nie weiter und zeig ihn nie im Stream. Wer ihn hat, kann auf deinem Kanal streamen.
Twitch
Am einfachsten verbindest du in OBS unter Einstellungen → Stream dein Twitch-Konto direkt. Alternativ findest du den Schlüssel im Creator Dashboard unter Einstellungen → Stream.
YouTube
In YouTube Studio über „Erstellen“ → „Livestream starten“. Beim allerersten Mal schaltet YouTube das Livestreaming frei, das kann bis zu 24 Stunden dauern – also nicht erst kurz vor dem geplanten Stream anfangen.
Kick
Die Stream-Adresse und den Schlüssel findest du im Creator Dashboard von Kick in den Stream-Einstellungen und trägst beides in OBS als eigenen Dienst ein.
TikTok LIVE
TikTok erlaubt LIVE in der Regel ab 18 Jahren und verlangt in vielen Ländern zusätzlich eine Mindestzahl an Followern, oft 1.000. Ob dein Konto freigeschaltet ist, zeigt dir die App. Vom PC aus streamst du über TikTok LIVE Studio oder, wenn dein Konto einen Stream-Key bekommt, über OBS.
Mehrere Plattformen gleichzeitig? Das Video schickst du mit OBS (mehrere Ausgaben) oder einem Restream-Dienst an alle. GlowCast führt Chat und Alerts aller Plattformen in denselben Overlays zusammen. Denk daran: Jede zusätzliche Plattform braucht noch einmal Upload.
4. Bild und Ton
Die wichtigste Einstellung ist die Video-Bitrate (OBS: Einstellungen → Ausgabe). Ist sie höher, als deine Leitung schafft, ruckelt der Stream bei allen Zuschauern. Richtwerte von Twitch:
| Bild | Video-Bitrate | Upload mindestens etwa |
|---|---|---|
| 720p, 30 Bilder/s | 3.000 kbps | 4,5 Mbit/s |
| 720p, 60 Bilder/s | 4.500 kbps | 6,5 Mbit/s |
| 1080p, 60 Bilder/s | 6.000 kbps | 8,5 Mbit/s |
Lass rund ein Viertel deines Uploads frei für Ton, Chat und Schwankungen. Der Technik-Check in GlowCast misst deinen Upload und nennt dir die passende Bitrate.
Ton
- Mikrofon nah an den Mund, eine Handbreit Abstand, nicht in den Luftstrom der Lüfter.
- Im Audio-Mixer von OBS sollte deine Stimme beim normalen Sprechen im gelben Bereich ausschlagen, aber nicht ins Rot gehen.
- OBS bringt Filter mit: Rechtsklick auf das Mikrofon → Filter → „Rauschunterdrückung“ schluckt Lüfter- und Tastaturgeräusche.
- Spielton leiser als deine Stimme – Zuschauer wollen dich verstehen.
Licht
Licht von vorn statt von hinten: Sitz nicht mit dem Rücken zum Fenster. Eine Lampe hinter dem Monitor, die dich von vorn anstrahlt, macht mehr aus als eine teure Kamera.
5. Dein erster Stream
- Üben ohne Publikum. Mach vorher einen Probestream: Szenen wechseln, reden, auf den Chat schauen. GlowCast hat dafür einen Übungsmodus mit erfundenem Chat.
- Starte mit der Startszene. Ein Countdown von drei bis fünf Minuten gibt Zuschauern Zeit, reinzukommen.
- Rede, auch wenn niemand schreibt. Erzähl, was du tust und denkst. Stille wirkt im Stream länger, als sie ist. Neue Zuschauer schreiben selten sofort.
- Begrüß Menschen mit Namen. Wer im Chat schreibt, will gesehen werden.
- Plan ein klares Ende. Bedank dich, nenn den nächsten Termin und schick deine Zuschauer per Raid zu einem anderen Kanal.
6. Wachsen
- Regelmäßig statt viel. Feste Tage und Uhrzeiten helfen Zuschauern, wiederzukommen. Lieber dreimal pro Woche zur selben Zeit als zufällig.
- Twitch-Affiliate ist der erste große Meilenstein. Laut Twitch gilt seit Juni 2026: 25 Follower, 4 Stunden Stream an 4 verschiedenen Tagen und an 4 Tagen im Schnitt mindestens 3 Zuschauer, gezählt über die letzten 30 Tage. Den offiziellen Stand zeigt Twitch im Creator Dashboard unter „Erfolge“.
- Clips und kurze Videos von deinen besten Momenten bringen neue Leute auf deinen Kanal.
- Raids verbinden dich mit anderen Streamern – und die nächste Community lernt dich kennen.
7. Regeln in Deutschland
Keine Rechtsberatung: Das hier ist ein Überblick. Im Zweifel frag eine Anwältin oder einen Anwalt oder deine Landesmedienanstalt.
Impressum
Wer einen digitalen Dienst geschäftsmäßig anbietet, braucht ein Impressum (§ 5 Digitale-Dienste-Gesetz). Für einen rein privaten Kanal ohne Einnahmen gilt das in vielen Fällen nicht. Verdienst du Geld – Abos, Spenden, Werbung, Partner-Links –, brauchst du in der Regel eins. Auf Twitch geht das über ein Panel unter dem Stream, das gut zu finden ist.
Musik
Bekannte Songs darfst du nicht einfach im Stream laufen lassen. Ohne Lizenz drohen Löschungen von Videos und Sperren deines Kanals. Nutz Musik, die ausdrücklich für Streams freigegeben ist, oder lizenzierte Bibliotheken.
Rundfunk
Livestreams können rechtlich Rundfunk sein. Eine Zulassung brauchst du aber nicht, solange du im Durchschnitt von sechs Monaten weniger als 20.000 gleichzeitige Zuschauer erreichst (§ 54 Medienstaatsvertrag). Für Einsteiger ist das kein Thema.
Werbung
Bekommst du Geld oder Produkte für eine Erwähnung, musst du das als Werbung kennzeichnen.
8. Wo GlowCast dir hilft
Im Programm findest du einen eigenen Reiter „Start“ für deinen Einstieg, alles schon in der kostenlosen Fassung:
- Startklar in 7 Schritten: eine Checkliste vom Namen bis zum Probestream.
- Technik-Check: misst deinen Upload, empfiehlt die Bitrate und prüft, ob deine Overlays in OBS hängen. Mit Pro auch Mikrofon, Pegel, Bitrate und Leistung direkt in OBS.
- Probestream: fünf Minuten üben mit erfundenem Chat und Test-Alerts in deinen echten Overlays.
- Gesprächs-Impulse: Fragen und Themen, wenn der Chat still ist.
- Weg zum Twitch-Affiliate: wie weit du bei Followern, Streamzeit und Zuschauern bist.
- Auswertung nach dem Stream: wann die meisten Zuschauer da waren und was du beim nächsten Mal ausprobieren kannst.
Quellen
- Twitch: Monetization for All (13.05.2026) – Affiliate-Bedingungen
- § 5 Digitale-Dienste-Gesetz – Allgemeine Informationspflichten
- Medienstaatsvertrag (§ 54 Zulassungsfreiheit) – die medienanstalten
- OBS Studio
Stand: 30. Oktober 2026